Schaulaufen

Ausgehend von Peter Handkes Kritik an der Medialisierung des Jugoslawienkrieges und seiner eigenen Verstrickung in ein Medienkarussell setzt sich das Tanz/Musik-theaterstück „Schaulaufen 2010“ mit verschiedenen Dimensionen von Gewalt auseinander, mit Gruppenprozessen in geschlossenen Systemen und dem Manipulieren von Informationen.

Zehn Menschen treffen sich in einem Raum, der durch Krieg deformiert und erschüttert worden ist. Sie treffen sich auf den Trümmern einer zerstörten Gesellschaftsordnung. Was entsteht dort für ein Kraftfeld zwischen ihnen? Wer wird ausgestoßen und wer angehimmelt? Wer gewinnt und wer verliert? Wer wird Diktator und wer Partisan? Welche gesellschaftlichen Normen sind gewalttätig und wie stellt sich der Einzelne dazu oder dagegen?

Traten in den letzten beiden Produktionen Protagonisten der Neuen Musik-Szene in einen Dialog mit den Tänzern, so ordnet sich diesmal die Musik dem Tanz unter. Bestehend aus viel-fältigen Zitaten der Pop- und Klassikmusik unterstreicht sie das Spiel der Performer, die auf der Bühne mit Wahrheit und Täuschung jonglieren. Auch der auf der Bühne gesprochene Text ist ein Sampling von Zitaten aus der Literatur-, Politik- und Popgeschichte.

Tanz-/Musiktheater „Schaulaufen 2010“
20. bis 23. Oktober jeweils 20.15 h, 24. Oktober 19.30 h, Theaterhaus Stuttgart

Konzeption: Fabian Chyle & Hans-Peter Jahn
Choreographie/ Regie: Fabian Chyle
Dramaturgie: Hans Peter Jahn
Tanz und Musik: Claudia Senoner, Eline Tan, Caroline Sunset Rögner, Philipp Caspari, Patrick Crossland, Wolfgang Eibl, Andreas Rutz, Mathias Schneider-Hollek, Andre Soares, Evgenij Sokolkov
Bühne/Grafik: Adrian Silvestri
Video: Heiko Scheufler, Alexander Schmidt
Kostüm: Claudia Flasche
Lichtdesign: Doris Schopf
Projekt H

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